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Markenmacht und Gehirnwäsche

22.05.2018


Über Markenmacht und außerirdische Gehirnwäsche.

Ich liebe Wochenmärkte, kenne meine Gemüsefrau, meine beiden Metzger und den Weinhändler meines Vertrauens persönlich. Ich mag es schön übersichtlich, vertrauenswürdig und geordnet. Darum hasse ich Supermärkte – ich meine damit die richtig großen. Sie verstören, irritieren mich mit ihrem Überangebot an Waren und Informationen. Manchmal muss ich aber rein, um dort reflexartig an den guten alten Jürgen Habermas zu denken, der schon vor vielen Jahren den Begriff „Zeitalter der neuen Unübersichtlichkeit“ prägte.

Immer neue Produkte überschwemmen den Markt, die Produktflut scheint unbegrenzt. Geschätzt drängen jährlich allein in Deutschland bis zu 50.000 neue Produkte auf den Markt. Obwohl ein Großteil davon innerhalb eines Jahres wieder verschwunden ist, führt dieses rasante Tempo der Produktentwicklungen in ein Dilemma: Der Produktimageaufbau wird dadurch immer schwieriger und eine immense Informationsflut überfordert unsere gequälten Synapsen. Hirnforscher sind sich einig: Von diesem Infosupergau werden gerade mal 2 Prozent wahrgenommen bzw. überhaupt verarbeitet. Im Grunde genommen leben wir ja mit/in einem Paradoxon: Einerseits gibt es diesen quantitativen Informationsüberfluss und andererseits aber ein qualitatives Informationsdefizit. Kein Wunder, wenn man sich mal überlegt, dass der Werbedruck in den letzten Jahren um 300% angestiegen ist. Und die neuen digitalen Möglichkeiten treiben diese Prozentzahl wie ein Turbo immer weiter nach oben.

Zugegeben, ich rede hier zwar von altem Wein in neuen Schläuchen, aber es muss uns anscheinend doch immer und immer wieder vor Augen geführt werden: Im „Zeitalter der (ich erlaube mir hier Habermas Terminus zu erweitern) immer größer werdenden Unübersichtlichkeit“ wird es für Produkte immer wichtiger, eine unverwechselbare, möglichst einzigartige Identität zu besitzen. Konsequenter Markenaufbau, gut durchdachte Marken-Pflege und -Kommunikation werden zur essentiellen Überlebensstrategie. Denn Marken senden klare Signale, die ohne große Ablenkung die Informationsflut durchdringen und im Unterbewusstsein Vertrauen und Sympathie wecken. Marken bieten Orientierung, schnelle Orientierung. Sie minimieren das Risiko von Fehlentscheidungen gegen funktionale, physische sowie finanzielle und soziale Risiken. Gerade was die sozialen Risiken betrifft, bin ich immer wieder erstaunt, wie markentreu meine eigenen Kids sind. Aber auch wir Erwachsenen wollen diesen sozialen Risiken entgehen. Auch wir definieren uns – bewusst oder unbewusst – über Marken. Dass man erstaunlich gut Personen über Markenaffinitäten beschreiben kann, wissen wir. Kennt nicht jeder von uns einen typischen BMW-Fahrer? Die amerikanische Künstlerin Barbara Kruger hat es einmal leicht provokant auf den Punkt gebracht: „I shop, therefore I am.”

Wie groß die Macht der Marke aber nun wirklich ist, lässt sich mit ein wenig Science Fiction wunderbar beschreiben: Würden die Abfüllanlagen der Marke Schartner Bombe für längere Zeit ausfallen, wäre dies zwar ein großer aber verkraftbarer Schaden. Würden aber durch „außerirdische Gehirnwäsche“ sämtliche Erinnerungswerte der Marke Schartner Bombe aus den Gehirnen der Menschen gelöscht, so wäre auch das Unternehmen ausgelöscht.

Übrigens: Wie man konsequenten Markenaufbau und wohl durchdachte Markenpflege betreibt, zeigt unser neuer TV-Spot für die Schartner Bombe:

Zum Spot gehts hier...

Peter Hofer, CEO plenos creative, hat zahlreiche große und kleine Marken beim Übergang von der „klassischen“ in die digitale Welt erfolgreich begleitet. Anhand einer Reihe spannender Case Studies zeigt er Ihnen gerne, wie man mit ganzheitlicher Kommunikation Erfolgsstories schreibt.