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Clubhouse für Unternehmen: Marketing-Hit oder -Flop?

08.02.2021


Clubhouse
Clubhouse

Der Hype um die Social App „Clubhouse“ ist weiterhin gigantisch. Noch immer wird spekuliert, welche CEOs, Schauspieler, etc. sich in den audiobasierten Räumen des sozialen Netzwerkes herumtummeln und noch immer erhoffen sich viele Personen eine Einladung zur exklusiven App. Aber handelt es sich bei Clubhouse nur um ein „One-Hit-Wonder“ oder kann die App auch nachhaltig effizient für Marketingzwecke genutzt werden? Wir haben uns die neue Plattform näher angeschaut.

Steckbrief: Was ist Clubhouse?

Clubhouse ist eine interaktive Audio-Only-App. Bedeutet konkret: In Audio-Räumen können Personen über frei wählbare Themen miteinander diskutieren. Die Räume wurden entweder von den Usern gegründet, denen man folgt, oder drehen sich um eine der Interessen, die man bei der Registrierung ausgewählt hat. Die Interessen lassen sich auch immer wieder anpassen.
 
Es gibt keine schriftlichen Beiträge und keine Möglichkeit, sich über geschriebene Nachrichten mit anderen auszutauschen – „Audio-Only“ eben. Außerdem: Beitreten darf nur, wer eine Einladung erhalten und Zugriff auf einen Apple-App-Store hat.

Clubhouse für Unternehmen: Vor- und Nachteile

Der Austausch exklusiver Inhalte im virtuellen Konferenzsaal eröffnet neue Möglichkeiten für Brands und ist somit der perfekte Ort zum Netzwerken. In themenspezifischen Räumen trifft man auf potenzielle Businesspartner und kann sich bestenfalls bei diesen Gehör verschaffen. Hier weitere Vor- und Nachteile der App für Unternehmen:

Vorteile der App

- Hohes Diskussionsniveau: Bei Clubhouse gibt es kultivierte, fruchtbare Unterhaltungen.
- Wertvolle Kontakte: Die App erleichtert das Knüpfen von vielversprechenden Kontakten zu Experten verschiedenster Fachrichtungen.
- Podcast-Charakter: Die App funktioniert wie ein interaktiver Podcast. Es wird rein über Audio miteinander kommuniziert. Durch virtuelles Handheben kann man im Raum darauf aufmerksam machen, dass man etwas äußern möchte.

Nachteile der App

- Problematische Inhalte: Wie jedes andere soziale Netzwerk hat auch Clubhouse mit rassistischen, sexistischen und anderen problematischen Inhalten zu kämpfen. Eine Melden-Funktion, soll dem entgegenwirken.
- Exklusivität auf Dauer schwer haltbar: Durch laufende Einladungen wird Clubhouse irgendwann eine Massenplattform wie jedes andere soziale Netzwerk sein.
- Strategie nicht planbar: Langfristige Entwicklungen sind noch nicht vorhersehbar.
- Datenschutz: Die App weist diverse datenschutzrechtliche Lücken auf – wie etwa, dass Gespräche zumindest temporär aufgezeichnet werden.
- Barrierefreiheit: Gehörlose und schwerhörige Personen sind von der Nutzung ausgeschlossen. 

Clubhouse für Unternehmen: Marketing-Potenzial

Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie mit Clubhouse Aufmerksamkeit generieren und im besten Fall Kunden gewinnen können.

Pitches: Die Höhle der Löwen
Auf Clubhouse gibt es unter anderem Räume, in denen Investoren Gründern die Möglichkeit für Pitches bieten. So etwa im Raum der US-Serie „Shark Tank“ (Gründer-Show, das deutsche Pendant zu „Die Höhle der Löwen“). Jede Person hat hier eine begrenzte Zeit, ihre Business-Idee zu pitchen.

Personal Branding: Zum Social CEO werden
In Clubhouse gibt es keine Funktion zum Erstellen von Brand-Accounts. Jeder User ist als Person in der App anwesend. Eine Marke wird hier personifiziert, indem beispielsweise ein CEO anwesend ist, und nicht die Company. So gelingt’s:

- Starten Sie als CEO oder Mitarbeiter einen Raum zu einem passenden Thema. Laden Sie Follower ein, die wiederum neue User hinzufügen können. Starten Sie anschließend Ihre Diskussion.

- Gründen Sie einen Club (ähnlich wie Facebook-Gruppe). Mitglieder von Clubs können sich gegenseitig folgen und über Instagram und Twitter miteinander in Kontakt treten. Sie können auch gemeinsam einen Raum eröffnen und dort diskutieren.

Verlosungen: Plattform für Giveaways
Clubhouse eignet sich auch hervorragend für Verlosungen. Ein Beispiel: Sie sind Marketingleiter bei einem Unternehmen für Fitnesskleidung. In Clubhouse gründen Sie einen Club zum Thema „Laufen“ und veranstalten dazu einen regelmäßigen, einstündigen Talk. Im Talk verlosen Sie dann unter allen Teilnehmern ein Paar Laufschuhe.

Feedback und Q&As
Unternehmen können die Social App ebenso zum Beantworten von Fragen zu ihren Produkten oder zum Einholen von Feedback nutzen. Das macht die Marke authentisch und transparent.

Clubhouse für Unternehmen: Unser Fazit

Aus unserer Sicht weist Clubhouse aktuell ein hohes Marketingpotenzial auf. Es erleichtert die Kontaktaufnahme zu bekannten Persönlichkeiten und wichtigen Geschäftspartnern und eignet sich ideal zum Gründen einer Community. Die Phase der Exklusivität sollte jedoch schnellstmöglich genutzt werden, denn der Hype um die Plattform wird vermutlich abnehmen. Bis dahin kann die App sich in alle möglichen Richtungen entwickeln – zum Positiven wie zum Negativen.
 
Daher unser Tipp: Nehmen Sie schnellstmöglich an so vielen Gesprächen wie möglich teil, um sich einen fundierten Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen und im Anschluss die Plattform strategisch für die Unternehmensnutzung bewerten zu können. Achten Sie dabei auf Themen, die zu Ihrem Unternehmen passen und wählen Sie die Räume gezielt nach Kontakten aus, die Sie knüpfen möchten. Halten Sie jedoch den Aufwand für eine Clubhouse-Strategie relativ gering und beobachten Sie die weitere Entwicklung.