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plenos@Alpbach 2017: Ein Rückblick

07.09.2017


von Veit Salentinig

Das europäische Forum Alpbach (www.alpbach.org) ist eine Wissensinitiative, die sowohl Studenten als auch Professionals eine ideale Plattform zum Austausch, zur Inspiration und zum Wissenstransfer bietet. Für uns als große Full-Service Agentur ein perfekter Ort, um sich Inspiration für die Zukunft zu holen, aber auch um neue Sichtweisen von interessanten Menschen kennenzulernen. Definitiv ein Ort voller Energie und kommunikativem Austausch.
Mag. Veit Salentinig hat als Geschäftsführer von plenos die Chance am Schopf und seinen Koffer ins Auto gepackt und sich zu den Alpbacher Wirtschaftsgesprächen mit dem  Leitthema „Conflict or Cooperation“  begeben, um sich neue private und geschäftliche Perspektiven zu eröffnen. Hier sein persönliches Tagebuch über die Wirtschaftsgespräche 2017.

Tag 1: Vom Charity Match zur marxistischen Tanzeröffnung zu vielen guten Gesprächen.

Wer in Alpbach teilnimmt, der sollte sich rechtzeitig um ein Quartier umsehen. Mir wurde erklärt, dass die Nähe des Quartiers zum Kongresszentrum ein guter Indikator für die persönliche Wichtigkeit und/oder Jahre der Teilnahme sind. Mein Quartier im ferngelegenen Rattenberg konnte mir angesichts der tollen Themen, die vor mir lagen, die Stimmung dennoch nicht verdrießen.

Ein Klassiker ist das Puls4/Pro 7 Charity Match mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, die sich des runden Leders annehmen. Sogar Kanzler Kern trat voller Leidenschaft den Ball und sorgte gemeinsam mit prominenten Mitstreitern für tolle Stimmung am Feld. Eine gute Gelegenheit, um bis zur Eröffnung der Wirtschaftsgespräche ersten Kontakt mit vielen interessanten Personen aufzunehmen.


Pro7/Puls4 Geschäftsführer Dr. Michael Stix beim Coaching vor dem Match

Im Anschluss lud die Wirtschaftskammer Österreich zu einem Empfang in das "inoffizielle" Herz Alpbachs – dem legendären Böglerhof, wo sich Minister und Wirtschaftskapitäne in diesen Tagen die Hände schütteln. Neben WKÖ Präsident Christoph Leitl konnte man dort auch die interessanten Worte von Kanzlerherausforderer Sebastian Kurz hören.

Um 14:00h wurden die Wirtschaftsgespräche feierlich eröffnet. Anlässlich des 150. Geburtstags des „Kapitals“ von Karl Marx versuchte das Künstlerkollektiv Richter/Meyer/Marx dessen Inhalt in Gesten und Tanz zu übersetzen, wobei sich Künstler und Publikum die Frage stellten, ob das überhaupt geht. Nach einer kurzen Eröffnungsrede beeindruckte Alex „Sandy“ Pentland mit seiner Keynote zur Komplexität von Netzwerken und der neuen Wirtschaft. Besonders beeindruckte mich die Frage im „Meet the Speaker“ Treffen, wem denn in Zukunft „der allesbestimmende Algorithmus“ gehören und ob dieser irgendwann eine öffentliche Gesetzgebung ablösen wird. Starker Tobak!

Um 18:30 lud Ecoplus und „So schmeckt Niederösterreich“ zum Niederösterreich-Abend in den Alphof und auch dort konnte man interessante Statements von Politikern und Meinungsbildnern hören.

Den Abend beschließt man meistens mit einer der Abendveranstaltungen oder einem „Absacker“ in einem der wunderbaren Gasthöfe des Tiroler Vorzeigeortes.

TAG 2 – Heiße Diskussionen und ein weiblicher Empfangsroboter

Der zweite Tag ist vor allem den legendären „Breakout Sessions“ gewidmet. Hier kann man sich als Teilnehmer je nach Interessenslage zu zwei verschiedenen Foren anmelden, in denen mit stets hochqualifizierter Besetzung interaktiv diskutiert wird. Ich entschied mich am Vormittag für das Thema „Der Maschinenkollege – Freund oder Feind“, das in sehr prominenter Runde als interaktive Podiumsdiskussion geführt wurde. Moderiert von der bekannten Journalistin Corinna Milborn, teilten sich Dr. Christoph Klein (Direktor Arbeiterkammer), Mag. Jörg Leichtfried (Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie), Dr. Dorothee Ritz (Vorstand Microsoft Österreich) und Michael Zettel (Country Manager Accenture Österreich) das Podium.

Fazit: Künstliche Intelligenz gehört in die Hände aller zum größtmöglichen Wohl der Gesellschaft und des Menschen. Bildung und die Transformation der Berufe wird in Zukunft der wesentliche „Enabler“ einer erfolgreichen Bewältigung der zunehmenden Robotisierung von manueller aber auch zukünftiger Wissensarbeit sein. Zur Frage, wem die Verfügungsrechte der Digitalisierung gehören sollen und wie die Steigerung der Produktivität gerecht verteilt konnten keine konkreten Antworten geliefert werden. Hochspannend allemal.


Angeregte Diskussion mit dem Publikum: Corinna Milborn versucht mit Dr. Dorothee Ritz (Microsoft) und Michael Zettel (Accenture) Antworten auf wichtige Fragen der Digitalisierung zu formulieren.

Die zweite Session widmete sich in ebenfalls prominenter Besetzung der Frage, wo der arbeitende Mensch - der „homo faber digitalis“ - auf dem globalen, digitalen Marktplatz noch seinen Platz findet.

Nach den Veranstaltungen trifft man sich immer wieder zu Gesprächen und zum Netzwerken auf ein Getränk, tauscht Meinungen und bei entsprechender Sympathie auch Visitenkarten aus.

Den Abend schließt man je nach Vernetzungsgrad mit einer der Veranstaltungen vor Ort ab. Einer der Höhepunkte ist dabei sicherlich die T-Mobile Magenta Night, bei der sich in launiger Atmosphäre viele geladene Gäste auf den Abschied von Alpbach vorbereiten. Besonders beeindruckend fand ich die hochintelligente und sogar witzig-charmante Roboterdame „Peppie“ – die zwar die Schönheit der echten Damen am Empfang nicht in Frage stellen konnte, mir aber durch ihre witzigen Fragen und vor allem durch ihre Fähigkeit zu "Sehen" imponierte. Das Weinglas, das Sie von mir verlangte, habe ich ihr trotz aller Sympathie dann aber doch nicht gegeben. Allein ihren Schaltkreisen zuliebe.


Peppie – eine charmante Roboterfrau, der hie und da nach Wein dürstet

Alpbach ist eine wunderbare Veranstaltung, wenn man Inspiration, neue Sichtweisen und interessante Menschen sucht. Als Unternehmer habe ich mir viel mitnehmen können und werde wertvolle Ideen und Ansätze mit in die Beratung und für unsere Kunden nehmen. Denn: Die größte Grenze ist bekanntlich immer noch der eigene Horizont – und den gilt es ständig zu erweitern.

Zum Autor: Mag. Veit Salentinig ist geschäftsführender Gesellschafter der Agentur plenos und erfahrener Kommunikationsprofi. Seine breitgefächerte Expertise in den Bereichen professionelles Marketing, Markenführung und Öffentlichkeitsarbeit hat er hat in internationalen Führungspositionen namhafter Konzerne gesammelt (L’Oréal, Coca-Cola). Er hat Topmarken strategisch entwickelt und geleitet, aber auch ein breites Spektrum an Kommunikations- & Organisationsagenden abgewickelt. Sein umfangreiches strategisches Wissen steht interessierten Unternehmen jederzeit zur Verfügung.